Trump schlägt Kritiker für Weltbank-Spitze vor

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05. Februar 2019
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Josh Zumbrun

US-Präsident Donald Trump will David Malpass für die Führung der Weltbank vorschlagen, einen der schärfsten Kritiker der multinationalen Entwicklungsbank. Offiziell werde Trump die Nominierung am Mittwoch vorschlagen, verlautete aus seiner Regierung.

Malpass ist derzeit Abteilungsleiter im US-Finanzministerium und durch seine scharfe Kritik an der Weltbank bekannt geworden, vor allem wegen deren Vergabe von Krediten nach China. Er argumentierte, China sei inzwischen wohlhabend genug und brauche deshalb keine Kredite der Weltbank. Malpass ist auch Teil der Delegation, die Verhandlungen mit China im aktuell schwelenden Handelsstreit führt.

USA würden profitieren

Ein hochrangiges Mitglied der US-Regierung sagte, Malpass habe die Weltbank zwar kritisiert, gleichzeitig im vergangenen Jahr aber mit darauf hingewirkt, dass die Entwicklungsbank eine Finanzspritze von 13 Mrd. US-Dollar erhält. Die Nominierung von Malpass diene dem Ziel, den Fokus der Weltbank mehr auf das Wachstum der entwickelten Länder zu richten, davon würden dann auch die USA profitieren.

Die USA haben zwar nicht offiziell das Recht, den Präsidenten der Weltbank zu ernennen. In der Vergangenheit haben sie es aber stets getan. Die endgültige Entscheidung trifft der Verwaltungsrat der Institution, der am kommenden Donnerstag tagen wird.

Im US-Finanzministerium war zunächst keine Stellungnahme zu dem Thema zu bekommen. Ein Sprecher der Weltbank wollte sich nicht dazu äußern. Die USA haben die meisten Stimmrechte bei der Weltbank, rund 16 Prozent. Die Länder der Europäischen Union kommen gemeinsam auf 26 Prozent. Die Europäer haben die Praxis bislang aber nie infrage gestellt, dass die USA die Weltbankführung bestimmt. Im Gegenzug konnte Europa immer die Spitze des IWF besetzen, der derzeit von Christine Lagarde geführt wird.

US-Finanzminister Steven Mnuchin hat schon mit seinen internationalen Partnern gesprochen, um für die Nominierung von Malpass zu werben. Laut einem US-Regierungsvertreter gibt es eine breite Unterstützung der Personalie. (DJN)

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