Risikomanagement im Zeitalter der Digitalisierung: Rolle und Herausforderungen

ERM
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12. November 2018
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Von Andreas Hopfener, Steffen Bier

Das Schlagwort Digitalisierung fasst aktuelle Entwicklungen und Trends zusammen, die der technische Fortschritt vor allem in der Informationstechnologie ermöglicht. Daraus folgende inkrementelle Effizienzsteigerungen in Produktions- oder Vertriebsprozessen sowie revolutionsartige Veränderungen wie die Entstehung und Verdrängung ganzer Geschäftsmodelle stehen ganz oben auf der Agenda von Unternehmenslenkern. Die Pozentiale der Digitalisierung liegen zum einen in den unternehmensinternen Wertschöpfungsketten und Querschnittsfunktionen. Zum anderen beeinflussen sie die Gesellschaft als Ganzes und ziehen tiefgreifende Veränderungen nach sich. Auch vor dem Risikomanagement macht die digitale Revolution keinen Halt. So gilt es in diesem Spannungsfeld die Rolle des Risikomanagers neu zu denken. Vor welchen Herausforderungen steht der Risikomanager der Zukunft? Welchen Wertbeitrag sollte er stiften?

Die Unternehmensberatung Horváth & Partners hat ausgewählte Risikomanager in strukturierten Interviews zu den zukünftigen Entwicklungen und Trends im Risikomanagement befragt. Der Fokus lag auf den Themenbereichen Steuerung und strategische Einbindung, Prozesse und quantitative Methoden, IT-Unterstützung sowie Risikoberichterstattung. Der Teilnehmerkreis umfasst verschiedene Branchen der deutschsprachigen Unternehmenswelt, wobei knapp die Hälfte der befragten Risikomanager in der Finanzindustrie tätig ist. Dieser Artikel fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Studie zusammen und beschreibt konkrete Handlungsalternativen, um den Weg zum Risikomanagement im Jahr 2028 erfolgreich zu beschreiten. 

Das Risikomanagement der Zukunft soll mehr steuern und beraten

Als Erstes wollten wir von den Experten wissen, wie modernes Risikomanagement in die Unternehmenssteuerung und in die Strategieprozesse eingebunden werden sollte. Hierzu haben die Befragten ihre Sichtweisen in einem Koordinatensystem mit den Achsen Aufsichtsfunktion vs. Beratungsfunktion und Dokumentationsfunktion vs. Steuerungsfunktion verortet. Die Risikomanager konnten dabei den heutigen Stand und die Erwartung in zehn Jahren angeben.

Modernes Risikomanagement bedeutet nicht nur Risiken zu reduzieren, sondern Chancen zu erkennen und nutzbar zu machen. Die Aufgabe des Risikomanagers ist es, diesen Zielkonflikt zwischen Chancen und Risiken transparent zu machen und gemäß Unternehmensstrategie bestmöglich aufzulösen. Performanceorientiertes Risikomanagement sollte in diesem Sinn eng in unternehmensstrategische Entscheidungen eingebunden sein. Die Befragten erwarten, dass sich die Rolle des Risikomanagers im Laufe der nächsten zehn Jahre immer mehr zum Berater von Vorstand und Fachbereichsverantwortlichen wandelt. Der Blick auf den aktuellen Umsetzungsstand zeigt jedoch ein differenziertes Bild. So ist der Risikomanager in einigen Unternehmen zurzeit eher ein dokumentierender Reporter. Ausnahme ist die Finanzindustrie, wo dem Risikomanager bereits eine mit der Unternehmensstrategie abgestimmte Steuerung zugesprochen wird. Dies liegt unter anderem an den hohen regulatorischen Anforderungen wie beispielsweise an die internen Kapitalbewertungsprozesse (Internal Capital Adequacy Assessment Process, ICAAP). Der Blick nach vorne offenbart die Ambitionen der Risikomanager: Das Risikomanagement der Zukunft soll strategisch und beratend sein (Aufsichts- und Dokumentationspflichten bleiben bestehen, werden aber nicht mehr als Hauptaufgabe wahrgenommen).

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[Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Fachzeitschrift RISIKO MANAGER 09/2018. Die Ausgabe ist seit dem 31. November 2018 lieferbar und kann auch einzeln bezogen werden.]

Autoren:
Andreas Hopfener, Senior Project Manager, Risk Management & Compliance bei Horvath & Partners.
Steffen Bier, Consultant, Risk Management & Compliance bei Horvath & Partners.

Artikelbild: ©Vertigo3d – iStockphoto.com