Risiko-Berichterstattung: Von der Pflicht zur Kür

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15. Oktober 2019
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Samuel Brandstätter, Claudia Howe

Welcher Risikomanager kennt das nicht: Jedes Quartal werden die geforderten Berichte für die obersten internen Kunden (also Vorstand, Aufsichtsrat und letztlich Prüfungsausschuss) mit viel Aufwand, Gewissenhaftigkeit und Sorgfalt erstellt. Dennoch bleibt in vielen Fällen bei Vorstand und Aufsichtsrat nur der enthaftende Charakter dieser Berichte hängen und nicht der Mehrwert der Informationen als wesentliche Entscheidungshilfe in der Unternehmenssteuerung.

Dies zeigt sich auch in folgenden beispielhaften Aussagen aus der Second Line of Defense – die typischerweise mit der Kommunikation der Erkenntnisse aus Risikomanagement-Prozessen in der Berichterstattung betraut ist – betroffener Unternehmen:

  • „Über die wirklich wichtigen Risiken, Situationen und Entwicklungen weiß mein Vorstand vor mir Bescheid.“
  • „Die Liste der Risiken wird jedes Quartal quasi nur abgehakt.“
  • „Ich bekomme so viel Einblick in das Unternehmen – wie kann ich die Erkenntnisse besser verwerten, um einen positiven Beitrag zur Entwicklung des Unternehmens zu leisten?“

Rechtfertigt das bloße „zur Kenntnisnehmen“ für den Zweck der Enthaftung die Aufwände? Wie können die bestehenden Mechanismen besser genutzt und darüber hinaus weitere geschaffen werden, um die vielfältig vorhandenen Einblicke in das Unternehmen für strategische Entscheidungen verwenden zu können? Wie können Sie als Risikomanager einerseits besseres Gehör bei Ihren Kunden und andererseits mehr Aufmerksamkeit der First Line für Ihre Arbeit bekommen?

Die Risiko-Berichterstattung an diese Gremien ist keine optionale Zusatzfunktion, sondern ein obligatorischer Bestandteil in jedem Unternehmen. Ergänzend zur Finanzberichterstattung, die ihren Fokus auf bereits realisierten Zahlen und konkreten Planungen hat, sollte ein gut aufgesetztes Risiko-Berichtswesen die Rolle einer umfassenden Sensorik erfüllen. Erst dann kann es über den qualitativen Status quo der Organisation, die Belastbarkeit von quantitativen Planungen und Forecasts sowie die daraus resultierenden Zukunftsperspektiven Erkenntnis geben.

Um diesem Anspruch aus Sicht der Second Line of Defense gerecht zu werden, müssen einige Herausforderungen überwunden werden:

  • Die Risiko-Berichterstattung wird häufig immer noch als Pflichtübung angesehen, um gesetzliche Rahmenbedingungen zu erfüllen. Die Reduktion darauf führt dazu, dass den Ergebnissen kein Mehrwert in strategischen Diskussionen beigemessen wird.

(...)

[Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Fachzeitschrift RISIKO MANAGER 08/2019.
Die Ausgabe ist seit dem 25. September 2019 lieferbar und kann auch einzeln bezogen werden.]

Autoren:
Samuel Brandstätter
, Gründer und CEO, avedos GRC GmbH.
Claudia Howe
, GRC Competence Lead, avedos GRC GmbH.

Bildquelle: iStock.com/simonkr