Risiken für Banken und für die Finanzmarktstabilität

-
20. August 2018
-
Von Christiane Goodfellow, Malte Thumann

Das bevorstehende Ende des EZB-Anleihekaufprogramms leitet voraussichtlich eine Phase steigender Zinsen ein. Während dies aus Ertragsgesichtspunkten im zinstragenden Geschäft der deutschen Geschäftsbanken zu begrüßen ist, gehen damit auch höhere Risiken für einzelne Banken und für die Finanzmarktstabilität einher. Im Folgenden wird die Aufmerksamkeit auf die Risiken gelenkt, die aus einer Zinserhöhung resultieren.

Am 14. Juni 2018 hat der EZB-Rat beschlossen, das Anleihekaufprogramm (Asset Purchase Programme, APP) der EZB im Oktober 2018 auf das halbe Volumen von derzeit 30 Mrd. Euro monatlich auf 15 Mrd. Euro zu reduzieren und Ende Dezember 2018 enden zu lassen, sofern sich die jetzigen Annahmen zur künftigen Inflationsentwicklung bestätigen [Europäische Zentralbank 2018]. Es ist davon auszugehen, dass die EZB in der Folge dieser Entscheidung die Leitzinsen spätestens Mitte 2019 erhöhen wird.

Dieser bevorstehende Zinsanstieg geht mit erheblichen Risiken für Geschäftsbanken und für die Finanzmarktstabilität einher. Während das Niedrigzinsumfeld der letzten Jahre als Ursache für zu geringe Überschüsse im zinstragenden Geschäft der Banken gesehen wurde, sollte die bevorstehende Zinswende nicht ausschließlich als Quelle für höhere Zinserträge begrüßt werden. 

Das Anleihekaufprogramm der EZB

Das Anleihekaufprogramm der EZB ist ein Instrument der Geldpolitik, mit dem Liquidität auf den Markt gebracht wird, um letztlich das Inflationsziel von nahe 2 Prozent zu erreichen. Das Programm besteht aus mehreren Sub-Programmen für jeweils unterschiedliche Emittentengruppen der Wertpapiere. Die Anleihen der Öffentlichen Hand machen bei weitem den größten Anteil im APP aus. Diese Staatsanleihen werden ausschließlich auf dem Sekundärmarkt gekauft, sodass das Programm die begebenden Staaten nicht direkt finanziert. Die Anleihekäufe werden von der EZB zentral koordiniert und durch die EZB und die nationalen Zentralbanken des Eurosystems ausgeführt.

Das Programm besteht seit März 2015 und hat in dieser Zeit ein erhebliches Volumen in das Bankensystem gepumpt. Abbildung 1 stellt dies grafisch dar, wobei jeweils Monatsdurchschnittswerte (Säulen, linke Achse) und kumulierte Volumina (Linie, rechte Achse) angegeben sind. Das Volumen für Januar 2019 wurde unter der Annahme auf 0 gesetzt, dass das Inflationsziel von nahe 2 Prozent zu Jahresende erreicht ist.

(...)

[Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Fachzeitschrift RISIKO MANAGER 07/2018. Die Ausgabe ist seit dem 2. August 2018 lieferbar und kann auch einzeln bezogen werden.]

Autor:
Dr. Christiane Goodfellow ist Professorin am Fachbereich Wirtschaft der Jade Hochschule in Wilhelmshaven und vertritt dort Statistik und Kapitalmarkttheorie.
Malte Thumann studiert bei ihr im Online-Masterstudiengang Betriebswirtschaftslehre.

Artikelbild: ©spooh – iStockphoto.com