Paypals Übernahme von iZettle steht vor Problemen

ERM
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27. November 2018
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Von Ben Dummett

Die britische Wettbewerbsbehörde hat Bedenken wegen der geplanten Übernahme des schwedischen Mobile-Payment-Anbieters iZettle durch Paypal für rund 2,2 Mrd. US-Dollar. Der Deal könne zu höheren Preisen für Zahlungsdienste und einer Verringerung des Wettbewerbs führen, so die Sorge der Competition and Markets Authority (CMA). In der Folge könne sich die Qualität der Zahlungsdienste etwa für kleine und mittlere Unternehmen verschlechtern.

Die Paypal Holdings Inc hatte den größten Zukauf der Unternehmensgeschichte im September angekündigt. Der weltweit tätige Online-Bezahldienst will sich damit den Zugang zu hunderttausenden Ladengeschäften, Cafes oder anderen Verkaufsstellen in der ganzen Welt erschließen. "Wir arbeiten jetzt daran, die Bedenken der CMA auszuräumen und zu zeigen, dass der Markt wettbewerbsfähig bleiben wird, damit wir die Integration von iZettle in unsere globale Plattform vorantreiben können", teilte ein Paypal-Sprecher mit.

iZettle aus Stockholm hat einen kleinen Chip-Kartenleser für Smartphones und Tablets nebst passender App entwickelt, der es rund 500.000 meist kleinen Einzelhändlern in einem Dutzend europäischen Ländern sowie in Mexiko und Brasilien erlaubt, Kartenzahlungen anzunehmen. Auf den meisten Märkten ist Paypal selbst schon tätig. Das US-Unternehmen will das Angebot von iZettle aber auch auf weiteren großen Märkten ausrollen, darunter die USA.

Die Transaktion dürfte Paypal zum einen helfen, die harte Konkurrenz durch Amazon abzuwehren, aber auch den Verlust einer Quelle für einen Großteil seiner Kunden zu verschmerzen: Ebay, der Online-Marktplatz, dem Paypal bis zur Abspaltung im Jahr 2015 gehörte. Paypal muss die britische Aufsichtsbehörde nun entweder davon überzeugen, dass der Deal dem Wettbewerb nicht schadet, oder aber die Sorgen mit Zugeständnissen zerstreuen, beispielsweise mit Veräußerungen. Die CMA könnte sogar fordern, dass der Teil der Übernahme, der den britischen Markt betrifft, rückgängig gemacht wird. Das kommt allerdings sehr selten vor. (DJN) 

Bildquelle: ©izettleinvestors.com