Neuer Baseler Standardansatz für operationelle Risiken

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05. März 2018
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Von Hermann Schulte-Mattler, Marius M. Schulte-Mattler

Am 7. Dezember 2017 hat der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht seine finale Überarbeitung des neuen Standardansatzes für operationelle Risiken (SA) vorgelegt. Die Aufsicht beurteilt mit den Vorschriften, ob die Eigenmittel der Institute im Hinblick auf die bestehenden operationellen Risiken angemessen sind. Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über die neuen internationalen Empfehlungen zur Eigenmittelunterlegung von operationellen Risiken und stellt die Unterschiede zur derzeitigen Verfahrensweise in der EU-Verordnung Nr. 575/2013 (CRR) dar.

Am 7. Dezember 2017 veröffentlichte der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht den neuen Standardansatz zum operationellen Risiko [Basel Committee on Banking Supervision, 2017a, S. 128-136, und 2017b, S. 8], der alle bisherigen Methoden einschließlich der ambitionierten Messansätze zur Bestimmung der Mindesteigenmittelanforderung für operationelle Risiken („OpRisk“) in der Säule I ersetzen wird [Basel Committee on Banking Supervision, 2006, S. 144-156]. Im finalen Baseler Papier wird nicht mehr vom Standardised Measur­ement Approach (SMA) gesprochen – wie in der Konsultationsphase –, sondern lediglich vom Standardansatz für das operationelle Risiko (SA). Operationelles Risiko wird als die Gefahr von direkten oder indirekten Verlusten definiert, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Prozessen, Menschen und Systemen sowie durch externe Ereignisse eintreten. Rechtsrisiken werden dabei von der Definition des operationellen Risikos implizit abgedeckt. Von der Definition nicht erfasst werden hingegen das generelle Geschäftsrisiko sowie das Reputationsrisiko. Die Aufsicht beurteilt mit den Regelungen, ob die Eigenmittel der Institute im Hinblick auf die geschätzten operationellen Risiken angemessen sind. Der neue Baseler Standardansatz soll von den international tätigen Banken bis zum 1. Januar 2022 implementiert werden.

Es ist davon auszugehen, dass durch den neuen Standard auch die diesbezüglichen Regelungen der EU-Verordnung geändert werden, wobei die EU-Kommission bislang keine Änderungsvorschläge veröffentlicht hat. Operationelle Risiken aus allen Geschäften sind derzeit gem. Art. 312 bis 324 der EU-Verordnung Nr. 575/2013 (CRR), die auf der Grundlage der CRD-IV-Richtlinie [EU-Kommission, 2013a] erlassen wurde, zusätzlich zu den Marktpreis- und Adressrisiken bankaufsichtlich zu berücksichtigen und mit Eigenmitteln zu unterlegen [EU-Kommission, 2013b]. Die CRR konkretisiert die in § 10 des Kreditwesengesetzes (KWG) geforderte Angemessenheit der Eigenmittel der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute („Institute“). Sie regelt im Detail, wie die Mindesteigenmittelanforderungen für aufsichtliche Schwerpunktrisiken zu ermitteln sind. Der vorliegende Beitrag stellt die neuen Baseler Regelungen zur Revision der OpRisk-Verfahren zur Bestimmung der Mindesteigenmittelanforderung dar und vergleicht sie mit dem Stand des Zweiten Konsultationspapiers BCBS d355 aus dem Jahr 2016 [Basel Committee on Banking Supervision, 2016]. Zuvor werden die derzeitigen aufsichtlichen Verfahren zur Bestimmung der Eigenmittelanforderungen kurz skizziert. 

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[Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Fachzeitschrift RISIKO MANAGER 03/2018. Die Ausgabe ist seit dem 28. Februar 2018 lieferbar und kann auch einzeln bezogen werden.]

Autoren:

Prof. Dr. Hermann Schulte-Mattler, Professor für Betriebswirtschaftslehre insbesondere Finanzwirtschaft und Controlling an der Fachhochschule Dortmund. 

Marius M. Schulte-Mattler, M.A. HSG, Senior Consultant im Bereich Regulatory Management bei der PricewaterhouseCoopers GmbH WPG am Standort Frankfurt am Main. Er beschäftigt sich primär mit der Beurteilung, Umsetzung und den strategischen Auswirkungen von regulatorischen Neuerungen des internationalen und europäischen Bankenaufsichtsrechts.

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