HSH Nordbank nach neun Monaten in den roten Zahlen

-
19. November 2018
-
Redaktion RISIKO-MANAGER

Kosten für die Privatisierung, die Restrukturierung der Bank und eine massive Steuerlast haben die HSH Nordbank in den ersten neun Monaten tief in die roten Zahlen gedrückt. Operativ lief es nicht ganz so schlecht für die Bank, die an einige Beteiligungsgesellschaften, darunter Cerberus und J.C. Flowers, verkauft wird.

Der Eigentümerwechsel soll in Kürze stattfinden. Im Zeitraum von Januar bis September fuhr die Bank einen Nachsteuerverlust von 102 Millionen Euro. Darin enthalten war ein Aufwand für latente Steuern von 110 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte ein Gewinn von 176 Millionen Euro zu Buche gestanden.

 

Vor Steuern verdiente die Bank acht Millionen nach 201 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Belastet wurde das Ergebnis von einem hohen Aufwand für die Zweitverlustgarantie. Denn zusätzlich zu der Grundprämie fiel eine Ausgleichszahlung für die vorzeitige Aufhebung der Garantie von 100 Millionen Euro an. Restrukturierungs- und Privatisierungskosten schlugen sich mit 49 Millionen Euro nieder, hinzu kamen Abgaben für Banken- und Einlagensicherung. Die Eigenkapitalrendite lag damit bei 0,2 Prozent. Bis 2021 strebt die Bank mindestens 8 Prozent an.

 

Risikovorsorge wirkte sich positiv aus

 

Das Ergebnis vor Restrukturierung und Privatisierung sackte um ein Drittel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 245 Millionen Euro ab. Positiv wirkte sich die Risikovorsorge aus. Nachdem die HSH Nordbank im Vorjahreszeitraum noch 322 Millionen Euro für ausfallgefährdete Kredite in die Risikovorsorge einstellen musste, profitierte sie dieses Jahr dank Sanierungen bei Schiffsfinanzierungen von Auflösungen. Sie trugen positive 60 Millionen Euro zum Quartal bei. Auch der Verwaltungsaufwand wurde deutlich gesenkt.

 

Auf der anderen Seite ging der Provisionsüberschuss spürbar zurück. Zudem schlug eine Neubewertung bestimmter Finanzinstrumente negativ ins Kontor. Im laufenden Jahr rechnet die Bank weiterhin mit erheblichen Belastungen. Der Verlust vor Steuern wird bei rund 100 Millionen Euro gesehen. Die Prognose könne sich im Zuge des bevorstehenden Eigentümerwechsels ändern.

 

„Wir stehen unmittelbar vor dem Abschluss der Privatisierung und gehen von einem sehr zeitnahen Closing aus - danach beginnt für die Bank ein neue Zeitrechnung“, sagte Vorstandschef Stefan Ermisch. „Unsere tiefgreifende Transformation zu einer nachhaltig profitablen Bank wird ein immenser Kraftakt.“ (DJN)

 

Bildquelle: ©Pressefoto HSH Nordbank