Hedgefonds strebt Aufspaltung der Credit Suisse an

ERM
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17. Oktober 2017
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Von Matthias Goldschmidt

Die Credit Suisse hat einen neuen umtriebigen Investor: Der Hedgefonds RBR Capital mit Sitz in Küsnacht hat sich bei der Schweizer Großbank eingekauft. Ein Sprecher des Hedgefonds bezifferte den Anteil auf 0,2 bis 0,3 Prozent und bestätigte damit einen Bericht der Schweizer Wirtschaftszeitung Finanz und Wirtschaft. RBR-Chef Rudolf Bohli werde sich am Freitag auf der "Robin-Hood-Konferenz" von JP Morgan in New York zu seinen Plänen für die Bank äußern. Laut Bericht strebt Bohli eine Aufspaltung der Credit Suisse an. Die Investmentbank müsse vom Rest der Bank abgespalten und separat an die Börse gebracht werden, schreibt die Zeitung. Bohli habe bereits die Fühler zu weiteren Investoren ausgestreckt. Der Sprecher bestätigte, dass es Kontakte gibt. Zu den Plänen verwies er auf die New Yorker Konferenz. Credit Suisse ging in einer Stellungnahme nicht explizit auf RBR ein. "Wir begrüßen die Sichtweise von jedem unserer Aktionäre, konzentrieren uns aber auf die Umsetzung unseres auf drei Jahre angelegten Strategieplans", sagte ein Sprecher. "Wir sind mit unserem Plan auf Kurs und erwarten, dass er bedeutenden Wert für unsere Kunden und Aktionäre schaffen wird.“

Die Credit Suisse befindet sich derzeit in der Restrukturierung. CEO Tidjane Thiam will aus der Bank einen führenden Vermögensverwalter mit einem starken, aber kleineren Investmentbanking machen. Dabei fallen tausende Arbeitsplätze weg. Die Aktie der Bank legte nach der Ankündigung zu. Ein Händler bezeichnete den Plan RBR als Neuigkeit für schweizerische Bankenktien, das bringe „Fantasie in den Sektor." (DJN)

 

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