Goldman Sachs sammelt Geld für Einstieg bei Private-Equity

ERM
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23. Februar 2018
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Von Dawn Lim und Laura Kreutzer

Die Goldman Sachs Group hat 2,5 Mrd. US-Dollar für Minderheitsbeteiligungen an Private-Equity-Firmen eingeworben, und damit das angestrebte Volumen um eine halbe Milliarde übertroffen. Die Bank wettet damit auf eine Branche, die zunehmend an Einfluss gewinnt, da immer mehr Unternehmen beschließen, länger privat zu bleiben. Im Jahr 2017 haben US-Beteiligungsfirmen das meiste Geld in einem Jahr seit 2007 eingesammelt. Diese Unternehmen können attraktive Ziele für Investoren sein, die langfristige Beteiligungen halten wollen, denn die Fonds der Firmen behalten in der Regel das Geld großer Institutionen für mindestens ein Jahrzehnt ein und fahren dabei Gebühren und Gewinne ein.

Der von Goldman für diese Strategie aufgebaute Investmentpool, der Petershill Private Equity LP und andere Fonds umfasst, setzt sich dabei ähnlich wie Berkshire Hathaway keine Ausstiegsfristen. Goldman könnte die Positionen durch den Verkauf von Anteilen an Investmentmanager und andere Käufer zu Geld machen. Die Bank könnte auch einen Teil des Portfolios an die Börse bringen und es so Privatanlegern und Investmentfonds zur Verfügung stellen. Es gibt aber keine Garantie dafür, dass Petershill diesen Weg beschreitet. Sollte die Bank Anteile an die Börse bringen, so würde sie einen Markt erschließen, der bisher weitestgehend außerhalb der Reichweite von "Hinz-und-Kunz"-Investoren liegt. Die Mehrheit der Private-Equity-Firmen ist nicht börsennotiert, und sie akzeptieren in der Regel kein Geld von Kleinanlegern. Das bedeutet, dass nur große Institutionen, wie Pensionsfonds und Stiftungen, sowie Ultrareiche in dieser Anlageklasse vertreten sind.

Goldman hat bereits einen Teil der neuen Gelder investiert. Sie fließen dabei in der Regel in "passive" Anteile an mittelgroßen Unternehmen mit einem Vermögen von 5 bis 20 Mrd. US-Dollar, bei denen Goldman Wachstumschancen sieht. Jüngst beteiligte sich der Pool an dem technologieorientierten Unternehmen Accel-KKR, dem Energie-Infrastruktur-Investor Arclight Capital Partners und dem Öl- und Gasmanager Riverstone Holdings. Für ihren ersten Petershill-Fonds, der in Hedgefonds investierte, hatte die Bank 2007 rund 1 Mrd. Dollar eingeworben. Die Anleger holten das 2,5-Fache heraus, obwohl viele Hedgefonds enttäuschende Renditen lieferten. Goldman verkaufte 2016 alle ihre Hedge-Fonds-Anteile für rund 800 Mio. Dollar an Affiliated Managers Group Inc. Über einen anderen Petershill-Fonds hält die Bank noch Anteile an Hedgefonds. (DJN) 

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