FSB: Der Schattenbankensektor wächst

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06. März 2018
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Von Hans Bentzien

Der weltweite Schattenbankensektor ist nach Erkenntnissen des Financial Stability Boards (FSB) im Jahr 2016 weiter gewachsen. Die Kreditvergabe des Schattenbanksektors im engeren Sinne wuchs demnach um geschätzte 7,6 Prozent auf 45,2 Bio. US-Dollar. Dieser stand damit für 13 Prozent des gesamten Finanzsystems.

Erstmals wertete der FSB auch Daten aus Luxemburg und China aus. Die "kollektiven Investmentvehikel", denen der FSB neben Geldmarktfonds und Rentenfonds auch Hedgefonds zurechnet, wuchsen im gleichen Zeitraum um 11 Prozent, sie standen für 72 Prozent des Sektors. Ihr Wachstum hat etwas abgenommen, im Schnitt von 2011 bis 2016 lag es bei 13 Prozent. Kreditgeber, die sich kurzfristig refinanzieren, schrumpften 2016 um 3 Prozent, ihr Anteil am Schattenbankensektor ging auf 8 Prozent zurück.

Schattenbanken sind aus Sicht des SFB überwiegend nützliche Kreditgeber, die allerdings nicht den strengen Regeln der Bankenaufsicht unterliegen. Dabei handelt es sich um Versicherer, Pensionsfonds, Geldmarktfonds, aber auch Hedgefonds und Vermögensverwalter. Allerdings hat die Finanzkrise 2007 bis 2009 gezeigt, dass diese Institutionen durchaus bankähnliche Risiken eingehen, indem sie zum Beispiel langfristige Kredite vergeben und diese kurzfristig refinanzieren. Die G20 haben das FSB nach der Finanzkrise 2007 bis 2009 damit beauftragt, die Aktivität der Schattenbanken zu beobachten und möglichst viel der volkswirtschaftlich relevanten Kreditvergabe in eine stabile, marktbasierte Kreditvergabe umzuwandeln. Insbesondere sollte er dafür sorgen, Geldmarktfonds widerstandsfähiger gegen plötzliche und massenhafte Mittelabzüge zu machen.

Zunehmende Bedeutung für die Kreditvergabe außerhalb des Bankensektors haben dem Bericht zufolge das Internet und die Finanztechnologie (FinTechs). Als ein Beispiel führt der FSB Onlineplattformen zur Kreditvermittlung zwischen Nicht-Banken (Peer-to-Peer) an. (DJN) 

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