Finanzaufsicht auf dem Prüfstand

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07. April 2017
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Redaktion RISIKO MANAGER

Die Europäische Kommission stellt ihr Konstrukt grenzüberschreitender Finanzaufsichtsbehörden auf den Prüfstand und denkt darüber nach, wie die Effektivität und Effizienz der European Supervisory Authorities (ESAs) gesteigert werden können. Hierfür ist eine Konsultation zur Arbeit, zur Befugnis, zur Governance und Organisation sowie zur Finanzierung der Anfang 2011 errichteten European Banking Authority (EBA), European Securities and Markets Authority (ESMA) und European Insurance and Occupational Pensions Authority (EIOPA) gestartet worden.

Von Interesse ist für die Kommission, ob sich die den ESAs zur Verfügung stehenden Instrumente in der Praxis bewährt haben. Bewertet werden soll in diesem Zusammenhang insbesondere die Arbeit der ESAs im Bereich Verbraucher- und Anlegerschutz. Vor dem Hintergrund der anstehenden Sitzverlegung der EBA wird auch zur Diskussion gestellt, ob nicht Aufgaben von EBA und EIOPA im Bereich des Verbraucherschutzes auf die ESMA übertragen werden sollten. Ferner wird darüber diskutiert, ob die derzeitige begrenzte Rolle der ESMA im Bereich „Financial Reporting“ ausgebaut werden sollte, beispielweise beim Endorsement-Prozess bei internationalen Bilanzstandards. Auch könnten die derzeitigen begrenzten unmittelbaren Aufsichtsbefugnisse der ESMA erweitert werden, insbesondere auf Datenmeldesysteme (z. B. Approved Reporting Mechanisms im Sinne von MiFID II), paneuropäische Investmentfonds und Post Trading Market Infrastructures (CCPs). Schließlich wird eine Umstellung der derzeitigen Finanzierung der Behörden durch die Mitgliedstaaten (60 Prozent) und die EU (40 Prozent) auf eine Voll- oder teilweise Finanzierung durch die Finanzindustrie zur Diskussion gestellt.

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