Fed vs. Bundesbank: „Frischer Blick“ auf Regulierung gegen harten Kurs

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16. Februar 2017
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Redaktion RISIKO MANAGER

Der umstrittene Plan von US-Präsident Donald Trump, die Regulierung der Banken zu lockern, erhält Unterstützung von prominenter Seite. William Dudley, Präsident der New Yorker Fed, bezeichnete nun eine Überprüfung der Bankenregulierung als durchaus sinnvoll.

Er empfahl einen frischen Blick darauf zu werfen, denn Teilbereiche der Regulierung würden gut funktionieren, während andere verbessert werden könnten. Das zentrale Clearing von komplexen Derivaten will Dudley jedoch beibehalten.
"Ich würde es begrüßen, wenn man sich die Volcker-Rule anschauen würde", sagte der Notenbanker bei einem Gespräch am Cornell SC Johnson College of Business in New York. Die nach dem ehemaligen Fed-Chairman Paul Volcker benannte Regel ist Teil des Dodd-Frank-Acts und verbietet den Banken, mit versicherten Einlagen von Steuerzahlern zu zocken. Dudley weiter: "Wir könnten die Volcker-Regel vermutlich effizienter gestalten, um die gleichen Ziele zu verfolgen", aber Banken "mehr Freiheit beim Kauf und Verkauf zu geben, wenn die Märkte volatiler sind." Ebenso sei eine Lockerung der Regulierung für kleinere Banken willkommen.
Auf der anderen Seite des Atlantiks warnte indes Bundesbank-Präsident Jens Weidmann am gleichen Tag vor einer Kehrtwende bei der Finanzmarkt-Regulierung. "Faule Kredite haben vor zehn Jahren die große Finanzkrise ausgelöst. Eine wichtige Lehre daraus war, dass die Banken strenger beaufsichtigt werden und dickere Eigenkapitalpolster vorweisen müssen", sagte der Notenbanker der Bild-Zeitung. Es wäre ein Fehler, das Rad zurückdrehen zu wollen. Ein Deregulierungswettbewerb müsse unbedingt vermieden werden, so Weidmann.
Der neue US-Präsident Donald Trump hatte jüngst eine Lockerung der Vorschriften für den Finanzsektor des Landes angeordnet. Anfang Februar hatte er bereits zwei entsprechende Dekrete unterzeichnet. (Redaktion RISIKO MANAGER mit DJN, Katy Burne)

 

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