EZB will Koordinierungsstelle gegen Geldwäsche einrichten

ERM
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20. November 2018
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Von Hans Bentzien

Kampf gegen illegale Finanzströme: Die Europäische Zentralbank (EZB) will sich im Rahmen ihrer Bankaufsichtstätigkeit stärker um die Bekämpfung von Geldwäsche (AML -Anti-money laundering) kümmern.

Danièle Nouy, die Chefin der bei der EZB angesiedelten Bankenaufsichtsbehörde SSM, sagte bei einer Anhörung vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europaparlaments (EP), es müsse bei der EZB-Bankenaufsicht eine Koordinierungsfunktion für diese Aufgaben eingerichtet werden, auch wenn das gegenwärtige Regelwerk die Bekämpfung von Geldwäsche durch die nationalen Behörden vorsehe.

Dieses AML-Büro soll laut Nouy drei Funktionen erfüllen: Erstens soll es als zentraler Eingangspunkt für Informationen bezüglich Geldwäschebekämpfung dienen, die zwischen EZB und nationalen Behörden ausgetauscht werden müssten. Zweitens soll das Büro ein AML-Netzwerk der gemeinsamen Aufsichtsteams (JST) für solche Banken aufbauen und leiten, die einem hohen Geldwäscherisiko ausgesetzt sind. Drittens soll es als Expertisezentrum zur Verhinderung von Geldwäsche und Terrorfinanzierung fungieren und als solches der EZB ermöglichen, sich Positionen zu Problemen der Geldwäsche zu erarbeiten.

Für Nouy, die am Jahresende aus dem Amt als oberste Bankenaufseherin scheidet, war es die letzte EP-Anhörung. (DJN)

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