EZB-Präsident warnt vor schwächerer Konjunktur

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28. Januar 2019
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Tom Fairless

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, hat bei einer Anhörung vor einer schwächeren Konjunktur im Euroraum gewarnt. Er bestätigte damit seine zuletzt geäußerte Einschätzung, wonach sich die Wachstumsrisiken wegen der Geopolitik und des Protektionismus verstärkt hätten.

Die EZB stehe bereit, alle ihre geldpolitischen Instrumente anzupassen, um Wachstum und Inflation anzutreiben, versicherte Draghi. Bei der Ratssitzung in der vergangenen Woche hatte die EZB ihren Konjunkturausblick für die Währungsunion herabgestuft. Der Stimmungswechsel der EZB spiegelt die zunehmenden Bedenken der großen Zentralbanken wider, dass sich die Weltwirtschaft verlangsamt.

 

„Erhebliche geldpolitische Impulse unerlässlich“

 

Bei seiner Anhörung vor dem europäischen Parlament sagte Draghi, die jüngsten Wirtschaftsdaten und Umfragen seien aufgrund der schwächeren Auslandsnachfrage sowie länder- und branchenspezifischer Faktoren schwächer als erwartet.

 

„Das Fortbestehen von Unsicherheiten, insbesondere in Bezug auf geopolitische Faktoren und die Gefahr von Protektionismus, belastet die wirtschaftliche Stimmung“, sagte Draghi. Während die Stärke der europäischen Binnenwirtschaft dazu beitragen sollte, sie vor externen Schwächen zu schützen, blieben erhebliche geldpolitische Impulse unerlässlich, betonte Draghi. (DJN)

 

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