EZB drängt nicht auf Schrumpfen des Handelsgeschäfts

ERM
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16. April 2018
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Redaktion RISIKO MANAGER

Die Deutsche Bank widerspricht dem Eindruck, die Europäische Zentralbank (EZB) würde sie mittels einer Proberechnung zur Reduzierung ihrer Handelsgeschäfte drängen.

"In einer rein analytischen Übung rechnen wir für die EZB durch, welche Effekte es hätte, wenn wir in unserem Handelsgeschäft kein Neugeschäft mehr machen würden", sagte Finanzvorstand James von Moltke dem Handelsblatt. "Mit dieser analytischen Übung ist keinerlei Aufforderung der EZB verbunden, unser Handelsgeschäft zu schrumpfen. Das hat die EZB auch in ihrer öffentlichen Aussage klargemacht." Zuvor hatte die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass die EZB die Deutsche Bank berechnen lasse, was eine Abwicklung ihres Investmentbankings kosten würde. Es sei das erste Mal, so die Zeitung, dass die Aufsichtsbehörde diese Maßnahme für eine Großbank beschlossen habe. "Wir sind eine natürliche Wahl für eine solche Trockenübung in Europa, weil unser Kapitalmarktgeschäft besonders groß ist und weil wir ja schon in anderen Ländern damit Erfahrung gemacht haben", so von Moltke gegenüber dem Handelsblatt. Ähnliche Prüfungen werde die EZB seines Wissens dann auch mit anderen Banken durchführen, die ein großes Kapitalmarktgeschäft haben. (DJN) 

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