Down Under drohen Hypothekenrisiken

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19. Juli 2017
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Von Robb M. Stewart

Auch Australiens größte Geldhäuser müssen künftig milliardenhohe Dollarbeträge zusätzlich an Kapital vorhalten. Die Finanzaufsicht des Landes hob die Minimalkapitalauflagen an, um sicherzustellen, dass die Banken eine starke Benchmark einhalten und für künftige Krisen wetterfest werden. Dazu räumen die Aufseher den Banken mehr als zwei Jahre Zeit ein – ein ausreichender Puffer, wenn man die Gewinnlage der Geldhäuser bedenkt sowie ihre Anstrengungen der Vorjahre, die Kapitalpuffer in Erwartung der verschärften Regeln aufzufüllen. Alle Großbanken sehen sich nach eigenen Angaben gut positioniert, um die Auflagen einzuhalten.

Banken müssen noch nachlegen
Seit 2015 verlangt die australische Aufsichtsbehörde APRA nun zum zweiten Mal höhere Kapitalpolster von den Banken, um globalen Schocks standzuhalten. Die Regulierer schauen aktuell genau auf zunehmend riskante Hypothekenkredite, die sich aus boomenden Wohnungspreisen in Städten wie Sydney und Melbourne ergeben. APRA hat bereits weitere Änderungen angedeutet, u. a. ein Diskussionspapier über neue Hypotheken-Risikogewichte. Die Regulierer wollen insbesondere vermeiden, dass die Banken in einer Krise auf den Steuerzahler angewiesen sein könnten.

Die neue Benchmark hilft dabei, die neuen Kapitalzielvorgaben für die Großbanken festzuzurren. Ende 2014 hatte ein Bericht über den Finanzsektor gefordert, dass die Kreditgeber mit ihren Kapitalquoten im besten Quartil der international agierenden Institute liegen müssten. Das führte unter anderem auch zur Forderung nach einer Anhebung der notwendigen Kapitalreserven auf Häuserkredite. Aus diesem Grund hatten die Großbanken bereits insgesamt 20 Mrd. AU$ (umgerechnet knapp 13,7 Mrd. €) über neues Eigenkapital und einbehaltene Gewinne vorgehalten. APRA verlangt von den vier landesweit größten Geldhäusern – Commonwealth Bank, Westpac Banking, Australia & New Zealand Banking sowie der National Australia Bank – eine Tier-1-Kapitalquote von mindestens 10,5 Prozent. Insofern müssen sich die Banken im Vergleich zu Ende Dezember im Schnitt noch um einen Prozentpunkt verbessern. (DJN)

 

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