„Deutschland ist ganz klar overbanked“

ERM
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18. Dezember 2017

Blackrock, weltgrößter Vermögensverwalter, fordert die Unterstützung der Politik für grenzüberschreitende Zusammenschlüsse von europäischen Großbanken. "Es gibt einen ganz klaren Handlungsbedarf: Die Politik muss die Weichen richtig stellen," sagte Philipp Hildebrand, stellvertretender Verwaltungsratschef von Blackrock der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Händler werten das Interview leicht positiv für europäische Bankenwerte und vor allem die deutschen Institute. Hildebrandt forderte einen "voll integrierten Bankenmarkt" in Europa. "Nur dann sind grenzüberschreitende Fusionen großer Institute möglich, die notwendig sein werden, um den europäischen Bankensektor wieder profitabler und schlagfähiger zu machen", sagte er.

Deshalb sei der Abschluss der Europäischen Bankenunion eine der größten Herausforderungen für die Politiker in den kommenden Jahren. Bisher dagegen hätten Bankchefs in Europa noch immer Zweifel, ob die Bankenunion voll verwirklicht werde. Der Blackrock-Vize spricht angesichts der niedrigen Aktienkurse vieler europäischer Großbanken von einem "Misstrauensvotum der Märkte". Der amerikanische Fondsriese ist mit einem Anteil von rund 6 Prozent der zweitgrößte Aktionär der geschwächten Deutschen Bank und auch an anderen europäischen Geldhäusern beteiligt. "Deutschland ist ganz klar 'overbanked '. Es gibt für die Größe des Marktes zu viele Kreditinstitute", sagte Hildebrand.

Ohne internationale Zusammenschlüsse werde es für die Großbanken in Europa "sehr schwer werden, dauerhaft tragfähige Geschäftsmodelle zu entwickeln". Als Alternative zur Branchenkonsolidierung bliebe nur eine starke Verkleinerung oder eine abermalige Flucht in riskante Investmentbanking-Geschäfte in den Vereinigten Staaten, die einer Reihe von Instituten in der Vergangenheit hohe Verluste eingebracht haben. "Für ihre nationalen Märkte sind die Großbanken zu groß", sagte Hildebrand. (DJN)

 

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