Deutsche Bank rechnet für 2019 mit DAX-Anstieg auf 12.300 Punkte

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28. November 2018
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Herbert Rude

Die Deutsche Bank blickt vorsichtig optimistisch in das kommende Jahr. Der DAX sollte bis Ende 2019 auf 12.300 Punkte steigen, so Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden des Hauses, anhand seines Kapitalmarktausblicks in Frankfurt.

Positiv gestimmt ist die Bank auch für deutsche Immobilien und für Rohstoffe, negativ für Anleihen. „Voraussetzung ist, dass die zahlreichen politischen Krisen nicht eskalieren“, so Stephan zu seiner DAX-Prognose. Der Markt sei günstig bewertet, und der Wachstumszyklus setze sich trotz schwächerer Dynamik fort. Die von ihm erwarteten 8 Prozent Plus setzen sich aus etwa 2,5 Prozent Dividendenrenditen plus 5,5 Prozent Kursanstieg zusammen.

Sollten politische Krisen wie der Brexit allerdings entgegen der Annahmen eskalieren, müssten die Prognosen sofort angepasst werden, warnt Stephan. Die Unsicherheit sei derzeit groß, weil sie das politische Umfeld betreffe. Klassische Risikosteuerung stoße da schnell an ihre Grenzen. 

China wird es richten

„Die Märkte preisen derzeit eine Rezession ein, und das ist übertrieben“, sagt Stephan. Ausgelöst worden sei die Rezessionsangst von Fed-Chef Jerome Powell, der Anfang Oktober mit Szenarien von Zinserhöhungen über den neutralen Zins hinaus die letzte große Abwärtswelle ausgelöst habe. 

Die US-Wirtschaft werde aber mit 2,8 Prozent nur unwesentlich weniger wachsen als in diesem Jahr, erst 2020 stehe ein deutlicherer Rückgang auf 1,7 Prozent an, so Stefan Schneider, Chefvolkswirt des Hauses. In der Eurozone werde das Wachstum zwar auf 1,7 Prozent von 2 Prozent zurückgehen: „Damit wachsen aber sowohl die USA als auch die Eurozone immer noch über Potenzial“, ergänzt Schneider.

Besonderes Augenmerk richtet die Deutsche Bank auf China: Das Wachstum werde mit 6,3 Prozent für viele überraschend hoch bleiben, so Schneider. Die Notenbank werde den Mindestreservesatz um 300 Basispunkte senken. Allerdings werde der Renminbi deutlich fallen, auf 7,40 Yuan je Dollar. Die fürs zweite Quartal erwartete Stabilisierung in China sollte auch den DAX stützen, meint Stephan. Wegen der günstigen Bewertung seien auf der Aktienseite vor allem Zykliker interessant. Aber auch Industriemetalle und Rohstoffe generell sollten von einer Stabilisierung in China profitieren.

Anleihen keine Alternative

Positiv für Aktien sei auch, dass der Anleihenmarkt weiter keine Alternative biete: „Die Realverzinsung könnte sogar zeitweise noch negativer werden“, so Stephan zu Bundesanleihen. Die Europäische Zentralbank (EZB) werde nur den Einlagensatz erhöhen, und den nur geringfügig um 15 Basispunkte auf minus 0,25 Prozent. Signale erwartet der Anlagestratege vom nächsten TLTRO.

„Wir bauen zu wenig“, so Stephan zum Immobilienmarkt in Deutschland. Die Nachfrage von 350.000 bis 400.000 Wohneinheiten jährlich in den Ballungsgebieten werde nicht gedeckt. Der Auftragsbestand liege auf dem höchsten Niveau seit 20 Jahren. Da sich das Bauen auch verteuere, sei ein Ende des Booms nicht vor 2022 zu erwarten, auch wenn sich die Preisdynamik etwas abflachen könnte. (DJN)

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