Commerzbank verbesserte ihr Risikoprofil

ERM
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18. Februar 2019
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Von Hans Bentzien

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Eigenkapitalanforderungen für die Commerzbank gesenkt. Die Bank teilte selbst mit, sie müsse 2019 "reines, hartes" Eigenkapital (CET1) in Höhe von 10,11 Prozent ihrer risikogewichteten Aktiva halten. Das liege laut Commerzbank daran, dass die EZB im Rahmen des laufenden Aufsichtsprozesses (SREP) die bankspezifische Anforderung aus Säule 2 um 25 Basispunkte auf 2,0 Prozent senkte und zugleich auf eine eigentlich geplante Anhebung des Kapitalpuffers für "anderweitig systemrelevante Institute" (D-SIB) auf 1,50 (derzeit: 1,0) Prozent verzichtete.

"Darin spiegelt sich die umfassende Verbesserung des Risikoprofils der Bank, unter anderem durch umfangreichen Abbau von Kreditrisiken, wider", teilte die Commerzbank mit. Die Banken des Euroraums können die ihnen zugemessenen individuellen Eigenkapitalanforderungen öffentlich machen, was jedoch nicht allzu häufig geschieht. Die EZB in ihrer Eigenschaft als Bankenaufseherin veröffentlicht solche Daten nicht.

Die CET1-Eigenkapitalanforderung an die Commerzbank setzt sich zusammen aus der Mindestquote von 4,50 Prozent aus Säule 1, einer Quote von 2,00 Prozent aus Säule 2, dem Kapitalerhaltungspuffer von 2,50 Prozent, dem oben genannten D-SIB-Puffer von 1,00 Prozent und dem antizyklischen Kapitalpuffer von 0,11 Prozent. Die Commerzbank hält mehr Eigenkapital vor als von der Aufsicht verlangt. Am 31. Dezember 2018 lag die CET1-Quote bei 12,90 Prozent. Zum Jahresende 2019 strebt die Commerzbank eine Quote von 12,75 Prozent an.

Banken müssen ausreichend Eigenkapital vorhalten, um für schlechte Zeiten gerüstet zu sein. Gemessen wird die Ausstattung mit Eigenkapital zum einen in Relation zu den sogenannten risikogewichteten Aktiva, zum anderen an den gesamten Aktiva. Risikogewichtet bedeutet, dass die Banken für Kreditengagements mit geringerem Risiko weniger Eigenkapital vorhalten müssen als für Engagements mit hohem Risiko. Weil die Institute einen Anreiz haben, ihre Risiken auf diese Weise kleinzurechnen, berechnen die Aufseher auch eine ungewichtete Eigenkapitalquote, die sogenannte Leverage Ratio. Diese ist bisher nur ein nicht bindender Orientierungswert, der allerdings auch von Investoren genau beobachtet wird. 

Die Commerzbank hatte für das dritte Quartal 2018 eine ungewichtete Eigenkapitalquote von 4,5 Prozent gemeldet. Der Orientierungswert liegt bei 3,0 Prozent. (DJN) 

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