Brexit großes Risiko für Finanzstabilität

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06. April 2017
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Von Andreas Kißler

Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem macht sich nach eigenen Angaben zunehmend Sorgen über die Auswirkungen des Brexits auf den Wirtschafts- und Finanzsektor in der Europäischen Union (EU). "Je länger ich darüber nachdenke und je länger wir alle Themen untersuchen, die verhandelt werden müssen, um so besorgter werde ich", sagte der niederländische Finanzminister beim Deutschen Bankentag in Berlin. Dijsselbloem erwartet sehr langwierige Austrittsverhandlungen mit Großbritannien und befürchtet: "Die Interessen werden von Anfang an auseinandergehen." Nötig sei ein guter und fairer Handelsdeal, was in gemeinsamer Verantwortung und im gemeinsamen Interesse liege.

Mit Blick auf den Finanzplatz London verlangte Dijsselbloem eine auch künftig enge Zusammenarbeit zwischen Großbritannien und den verbleibenden 27 EU-Staaten bei der Finanzregulierung. Eine Äquivalenz der entsprechenden Regelungen könne nur mit einer fortdauernden Angleichung der britischen Bestimmungen an die europäischen erreicht werden. "Ich bin wirklich besorgt, auch unter Finanzstabilitätsgesichtspunkten, dass solch ein großes Finanzzentrum nicht mehr unter der Kontrolle und auf demselben Regulierungsniveau ist wie der Rest Europas", sagte der Niederländer. "Ich denke, das ist ein großes Risiko." (DJN)

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