Banken-Präsident mahnt Branche zu stärkerem Fokus auf Gewinnen

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10. September 2018
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Redaktion RISIKO MANAGER

Die deutschen Banken sollten den Fokus stärker auf Gewinne setzen, um im Falle einer Krise finanziell widerstandsfähig zu sein, warnt der Präsident des Bundesverbandes der deutschen Banken (BdB), Hans-Walter Peters, in einem Interview. "Jetzt geht es darum, dass unsere Banken endlich wieder profitabel werden. Sonst wird es schwierig die Unternehmen zu finanzieren, sollte Deutschland in eine Rezession rutschen", sagte Peters im Interview mit Welt am Sonntag.

Grundsätzlich sei der Finanzsektor aber deutlich widerstandsfähiger als vor 10 Jahren, so Peters, der auch Chef der Berenberg-Bank ist. Vor zehn Jahren verursachte der Zusammenbruch der traditionsreichen US-Investmentbank Lehman Bros. eine weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise. "Wir sind heute viel besser gegen Krisen geschützt", sagte Peters. Die deutschen Banken hätten mehr Eigenkapital und deutlich weniger Risiken in den Bilanzen. "Falls trotzdem eine Bank irgendwo auf der Welt fällt, dürfte das deutlich weniger dramatische Auswirkungen haben. Alle Marktteilnehmer sind besser auf ein solches Szenario vorbereitet und die internationale Abstimmung wurde grundlegend verbessert."

Anzeichen für eine Krise sieht Peters aktuell und auch in den kommenden zwei Jahren nicht: "Schon seit zwei Jahren gibt es immer wieder die Befürchtung einer großen Korrektur am Aktienmarkt." Bislang sei sie aber ausgeblieben, weil die fundamentalen Fakten stimmten: Die Unternehmen würden wachsen, machten Gewinne und seien dadurch für Anleger attraktiv. "In den nächsten zwei Jahren sehe ich deshalb keine große Korrektur und schon gar keine Krise". Peters rief dazu auf, die Bankenregulierung auf Widersprüche oder zuviel bürokratische Lasten zu überprüfen, da sie den europäischen Banken ungleich mehr abverlange als den US-Wettbewerbern und so zu einem Wettbewerbsnachteil führe. "Das ist wichtig für unsere Wirtschaft." (DJN)

 

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