Banken auf dem Weg zur „Risk & Finance Data“-Intelligenz

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13. November 2017
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Redaktion RISIKO MANAGER

Seit der Finanzkrise nimmt die Regulierung von Banken stark zu. Das bedeute große Herausforderungen, aber es berge auch Chancen, so Stefan Steinhoff, Partner für Risk & Regulatory der TME AG. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz würden den Weg zu einer „Risk & Finance Data“-Intelligenz ebnen. Während Risikomanagement in seiner klassischen Form lediglich eine einfache Schutzfunktion erfüllt habe, werde dieses in Zukunft eine proaktive Rolle einnehmen. Getrieben wird diese Entwicklung von der sich verschärfenden Regulatorik und größeren Datenmengen, ermöglicht wird sie durch die neuen digitalen Tools. Da zudem das Tempo der Veränderungen rasant zunimmt, müssen Kreditinstitute rasch handeln. Betroffen seien sowohl die IT als auch die Organisation und die Prozesse im Unternehmen. Inhaltlich gehe es um die Datenqualität und -verfügbarkeit, aber auch um die Aggregation und Analyse, die bereichsübergreifende Kommunikation, die Berichterstattung sowie Governance und Management. Viele Banken würden die Regulierung als lästiges Muss betrachten, so Steinhoff. „Doch wer die Umsetzung forciert, der hat die Nase vorn, denn dank moderner Technologien ergeben sich Wettbewerbsvorteile.“

Um jedoch eine „Risk & Finance Data“- Intelligenz zu generieren, seien laut TME allerdings neue Kompetenzen nötig. Letztlich werde aktuell der Weg von der einfachen Dateneinheit hin zu Pools an Informationen beschritten, die für unterschiedliche Zwecke ausgewertet werden können. Es bedürfe fünf Phasen: die Erfassung der Risikodaten, die Verwandlung in Information, die Extraktion von Wissen, die Ableitung eines Mehrwertes und daraus schließlich die Gewinnung eines Wettbewerbsvorteils. Indem sie das Durchlaufen dieser Stufen forciere, treibe die Regulatorik die Kreditinstitute zu Verbesserungen, die ihnen einen strategischen Vorsprung verschaffen.

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